Sicherheitslage in Al-Hasaka und NO Syriens

Sicherheitslage in Al-Hasaka und NO Syriens

Emanuel Hawsho1. Dezember 2026

Sicherheitslage in Al-Hasaka und NO Syriens

Der Zentralverband der assyrischen Vereinigungen in Deutschland und den europäischen Sektionen (ZAVD) sowie der Assyrische Jugendverband in Mitteleuropa (AJM) sehen die aktuellen Entwicklungen im Nordosten Syriens mit äußerster Sorge. Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den SDF und den Kräften der syrischen Übergangsregierung unter Führung von Al-Shara markieren eine neue, hochgefährliche Eskalationsstufe.

Die Sicherheitslage verschärft sich zunehmend im gesamten Nordosten Syriens. Besonders akut ist die Gefahr für die Provinz al-Hasaka, die in der assyrischen Tradition als Gozarto/Gazarta bezeichnet wird und das historische Siedlungsgebiet der assyrischen Bevölkerung darstellt. Eine weitere Eskalation würde nicht nur einzelne Orte, sondern die gesamte Region und alle dort lebenden Bevölkerungsgruppen in Mitleidenschaft ziehen.

Mit größter Dringlichkeit weisen wir darauf hin, dass aktuell insbesondere Kämpfe in den assyrischen Dörfern entlang des Khabur-Flusses drohen. Vor allem die Stadt Tel Tammar steht im unmittelbaren Gefahrenbereich. Diese Orte sind überwiegend von assyrischer Zivilbevölkerung bewohnt und wurden bereits in der Vergangenheit Ziel schwerster Gewalt. Wir fordern alle beteiligten Akteure ausdrücklich auf, die assyrischen Khabur-Dörfer und insbesondere Tel Tammar von militärischen Auseinandersetzungen zu verschonen.

Für die assyrischen Gemeinschaften in der Provinz al-Hasaka bedeutet die derzeitige Entwicklung eine unmittelbare existenzielle Bedrohung, da ihre Siedlungsgebiete erneut in den Fokus militärischer Planungen geraten. Die assyrische Bevölkerung dieser Region war bereits Ziel des Völkermordes des sogenannten „Islamischen Staates“, insbesondere entlang des Khabur-Flusses. Entführungen, Massaker, die Zerstörung von Dörfern und Kirchen sowie die nachhaltige Vertreibung der Zivilbevölkerung haben tiefe Wunden hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind.

Eine erneute militärische Eskalation – insbesondere in den Khabur-Dörfern – würde diese Gewaltgeschichte fortsetzen und könnte das endgültige Ende der assyrischen Präsenz in weiten Teilen der Provinz al-Hasaka bedeuten.

Besonders alarmierend ist, dass die assyrische Zivilbevölkerung erneut zwischen die Fronten eines regionalen Macht- und Stellvertreterkonflikts gerät, insbesondere im Kontext des türkisch-kurdischen Konflikts. Ohne eigene Schutzmechanismen und ohne politische Mitsprache drohen die Assyrer erneut zu Opfern militärischer Strategien zu werden, die ihre Existenz ignorieren.

ZAVD und AJM warnen eindringlich vor jeder militärischen Aktion in der Provinz al-Hasaka und in anderen assyrischen Siedlungsgebieten. Angriffe auf diese Regionen – insbesondere auf die Khabur-Dörfer – würden zwangsläufig zu neuer Vertreibung, schweren Menschenrechtsverletzungen und irreversiblen demografischen Folgen führen. Die internationale Gemeinschaft darf nicht erneut wegsehen.

Wir fordern daher mit Nachdruck:

* den sofortigen Verzicht auf militärische Operationen in der Provinz al-Hasaka,
* den umgehenden Schutz der Zivilbevölkerung, insbesondere in Tel Tammar und den umliegenden Ortschaften,
* die Einrichtung internationaler Beobachtungs- und Schutzmechanismen für die Provinz al-Hasaka und die Khabur-Region,
* sowie die politische Einbindung der assyrischen Gemeinschaft in alle Gespräche über die Zukunft Nordostsyriens.

Ein weiteres Abgleiten der Region in offene militärische Konfrontation würde nicht nur die Sicherheit der assyrischen Bevölkerung der Provinz al-Hasaka zerstören, sondern auch jede Perspektive auf Stabilität und ein friedliches Zusammenleben im gesamten Nordosten Syriens zunichtemachen.

ZAVD und AJM appellieren eindringlich an alle verantwortlichen Akteure sowie an die internationale Öffentlichkeit, diese Warnung ernst zu nehmen. Die assyrischen Khabur-Dörfer – und insbesondere Tel Tammar – dürfen nicht erneut zum Schauplatz von Gewalt werden. Die assyrische Bevölkerung darf nicht erneut zum Opfer einer Eskalation werden, deren Folgen absehbar und vermeidbar sind.

Aktuelle Pressemitteilungen

Austausch-Treffen mit der ADO in der Geschäftsstelle in Gütersloh

Austausch-Treffen mit der ADO in der Geschäftsstelle in Gütersloh

2. Sept. 2026

ADO besucht den ZAVD in seiner Geschäftsstelle in Gütersloh

Mehr lesen
Filmpremiere Athro Rhimo

Filmpremiere Athro Rhimo

2. Sept. 2026

Mehr lesen
Frohes Neues Jahr

Frohes Neues Jahr

2. Sept. 2026

Mehr lesen